Von der Steinzeit bis in die Neuzeit

Erste Siedlungsspuren

Die fruchtbaren Böden, das reichliche Vorhandensein von Wasser und die günstigen klimatischen Verhältnisse machten das Gebiet um Korntal-Münchingen schon früh zum begehrten Siedlungsland. Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit stammen aus dem Ende der letzten Eiszeit (zwischen 10.000 und 5.000 v. Chr.) und wurden im heutigen Stadtteil Kallenberg gefunden. Zahlreiche Funde an verschiedenen Orten im Stadtgebiet, darunter auch mehrere Begräbnisplätze, datieren aus der späten Steinzeit.


Skelett eines jungsteinzeitlichen Mannes im Museum (3. Jhtd. n. Chr.)

Hofgut Mauer mit einem 1934 gefundenen römischen Säulenfragment an der Eingangstreppe

Kelten und Römer

Aus der Eisenzeit (ab 800 v. Chr.) gibt es mehrere Nachweise für Siedlungsspuren auf der Markung Korntal-Münchingen. Reiche Funde von Schmuck und Glasobjekten stammen aus der Latènezeit (450-100 v. Chr). Sie belegen, dass sich hier in der unmittelbaren Nähe zu den Zentren in Hochdorf und Asperg ebenfalls bedeutende keltische Siedlungen befunden haben müssen. Nach der Eroberung Germaniens errichteten die Römer auf dem heutigen Stadtgebiet mehrere Gutshöfe, die teilweise in alemannischer Zeit im frühen Mittelalter weitergenutzt wurden, wie beispielsweise das Hofgut Mauer.


Ansicht des Münchinger Schlosses, Ölgemälde von         C. Wüst, um 1850

Das Dorf Münchingen entsteht

Der heutige Ortskern um die Johanneskirche dürfte in fränkischer Zeit im frühen Mittelalter entstanden sein (7. Jh. n. Chr.). Die Wasserburg, ein Vorgängerbau des im 16. Jahrhundert errichteten Alten Schlosses, wird erstmals 1304 erwähnt. Das Schloss gehörte bis ins 18. Jahrhundert dem Adelsgeschlecht der Herren von Münchingen. Mittelalterliche Funde aus dem Bereich der Hinteren Gasse belegen, dass die Bewohner von Münchingen rund um das Schloss in Wohlstand lebten. Es gab sogar ein Badhaus, was damals in Dörfern eine Ausnahme darstellte.


Krieg und Neubeginn

Die Ereignisse und Katastrophen der deutschen Geschichte spiegeln sich in der Ortsgeschichte Münchingens wieder. Im 30jährigen Krieg wurde das Dorf stark zerstört. Zahlreiche Gebäude wie die Johanneskirche, das Rathaus und das alte Schulhaus brannten im Jahr 1643 teilweise nieder. Die Einwohnerzahl sank drastisch auf zirka 280 Bewohner im Jahr 1648 gegenüber zirka 920 Einwohner vor dem Krieg. Trotzdem erholte sich der Ort relativ schnell und wuchs danach wieder auf eine Einwohnerzahl von fast 1.000 an. Das 18. Jahrhundert zählte zu den Blütezeiten des Dorfes bevor im 19. Jahrhundert Kriege, Missernten und Hungersnöte und die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert für schwere Zeiten sorgten.


Ansicht des Dorfes Münchingen aus der Kieser'schen Forstkarte, 1682